Moin aus Nienburg !

Kurz gefasst: Berns Dziomba und Claus Gose sprechen mir aus der Seele. Sie erfassen die Situation der Fluglehrerausbildung richtig. In dem, was momentan Stand der Dinge ist, steckt ein logischer Fehler. Die Fliegerkollegen, die sich den Mühen der theor. CPL-Prüfung unterziehen, wollen ja einen ganz anderen Weg gehen, nämlich den der beruflichen Fliegerei. Dieser Weg ist aber nicht der, den eine durchschnittliche Vereinsausbildung geht und damit deren Klientel. Hier haben wir es mit einer ganz klaren Überdosierung zu tun, die den Vereinen schaden wird. Das ist abzusehen.

Es müssen einfachere Konditionen her, die in Relation zum dem von den Vereinen angestrebten Ergebnis stehen und von den Kandidaten und den Vereinen zu finanzieren sind. Dass muss dem erwarteten Ergebnis übrigens nicht gleich abträglich sein... Der perfekte Theoretiker muss nicht gleich auch der beste Fluglehrer sein.

Nicht ganz konform gehe ich mit dem schlechten Licht, in das Claus den LAPL (A) stellt. An sich war dieser Schein, das muss man zugeben, eine behördliche Fehlgeburt. Man kann nicht mit 30 Std. Ausbildung einen Kandidaten zum PPL A bringen. Wer das ausgedacht hat, ist sicher kein Praktiker gewesen, sondern ein Phantast.  Es haben sich aber 2 Begleitumstände heraus gestellt, die den LAPL für die Vereine als attraktiv herausstellen: Die Verlängerungsbedingungen von 12 Std. innerhalb der letzten 24 Monate ohne bürokratischen Aufwand und die günstigeren Konditionen beim Medical für ältere Piloten. Das macht den Schein im Club attraktiv und er wird auch gut angenommen. Dabei muss die LAPL-Ausbildung übrigens im Endeffekt keine schlechtere Ausbildung sein als die EASA PPL Ausbildung. 

Für die Vereine wäre es also - sollte es nicht anders durchzusetzen sein - denkbar, dass ein Fluglehrer LAPL installiert wird ohne CPL-Ausbildung und der Übergang zum EASA-PPL einfach gestaltet wird und den gewerblichren Flugschulen dann zukommt.

Gruß Jens Schaper, LSC Nienburg/ Weser
(langjähriger ABL)

 


Hallo zusammen,

der Artikel in Luftsport April/Mai 2017 zeigt deutlich die Misere auf, in der wir uns befinden. Als ehemaliger Ausbildungsleiter (bis vor 3 Jahren) in der Luftsportvereinigung Celle e.V. sehe ich ebenfalls die Gefahr, in absehbarer Zukunft keine PPL-A Lehrer für EASA FCL Ausbildung mehr zu haben / zu bekommen. Wir "alten" wachsen raus, und neue sind nicht in Sicht. Die Anforderungen sind völlig überzogen, von den Kosten gar nicht zu reden.
Hier ist dringend Korrekturbedarf angesagt.

Mit fliegerischem Gruß
Frank Heinevetter

 


Lange habe ich überlegt, ob ich zu dem Thema etwas schreiben soll, denn es lässt meinen Frust und Ärger nur wieder neu aufleben. Frust, da ich die geschilderte Situation bereits vor knapp 15 Jahren beim DAeC-Vorstand vorbrachte und Ärger, dass ich wieder lesen muss, dass der LAPPL(A) eine minderwertige Lizenz sei.

Als ehemaliger Geschäftsführer des Landesverbandes Rheinland-Pfalz hatte ich mit Einführung der JAR-FCL im Jahre 2003 schnell feststellen müssen, dass unsere Motorfluglehrer-Ausbildung fast gegen Null tendierte und nur noch im nationalen Bereich fortgeführt werden konnte. Aus dem DAeC-Fachkreis Motorflug kam damals die Aussage: „mit der JAR-FCL können wir leben“. Tja, der einzelne Pilot vielleicht; nicht aber der Fluglehrernachwuchs. Innerhalb der Folgejahre musste ich registrieren, dass unsere Anzahl von Motorfluglehrern aus den 90iger Jahren von fast 150 auf 90 Fluglehrer sank. Ich machte im DAeC-Vorstand auf diese Entwicklung aufmerksam und schlug vor, dass man die rheinland-pfälzische Statistik in allen Bundesländern erheben sollte, um fundierte Zahlen zu haben, damit man nicht nur unser zuständiges Bundesministerium darüber informieren und um Mithilfe bitten sollte, sondern auch über die europäischen Gremien wie Europe Air Sports und andere europäische Aero-Clubs eine Werbung für den LAFI-Vorschlag in der EASA-FCL zu untermauern. Die Entscheidung der europäischen Behördenvertreter, dass man mit einem FI(A) zufrieden sei und keinen zusätzlichen LAFI(A) bräuchte, ist hinlänglich bekannt. Leider wurde unsere Deutsche Vereinskultur mit vielen ehrenamtlichen Fluglehrern und die sich damit von anderen europäischen Ländern unterscheidet, nicht deutlich genug heraus gestellt. Meine persönliche Meinung bezüglich dem FI(A) ist, dass diese Funktion viel zu nah an der Vorausbildung zum CPL oder ATPL liegt, als dass sie für den Luftsport geeignet sei. Inzwischen dürfte die Zahl der ehrenamtlichen Motorfluglehrer in Rheinland-Pfalz vielleicht bei 30 liegen und ein Durchschnittsalter von 70 Jahren besitzen. Das Ende einer Motorflugausbildung in den Vereinen ist somit in Sicht.

Erstaunlich für mich ist, dass die EASA selber diese Entwicklung kennt und den LAFI(A) wieder vorschlagen könnte, aber wer interessiert sich schon dafür?

Die LAPPL(A)-Ausbildung ist nicht mehr und nicht weniger als das, was wir fast 50 Jahren vor der JAR-FCL nach ICAO-Vorgaben in den deutschen Vereinen gemacht haben. Was hier vermittelt wird hängt natürlich von der Qualität des Fluglehrers ab, aber das Niveau muss nicht das des heutigen FI(A) sein. Zugegeben, wer an einem Flughafen schult, der wird nicht mit 30 Ausbildungsstunden auskommen. Aber fliegen nicht 90 % unserer Motorflieger auf kleinen Landeplätzen und haben nur in ihrer Ausbildung einmal einen Flughafen gesehen? Darüber hinaus ist Fortbildung nicht verboten und jeder Pilot kann mehr aus seiner Erfahrung machen. Wie groß ist der Anteil an PPL(A)-Personen, die einen Auslandsflug durchführen? Wenn ich mich in meiner Umgebung umschaue, dann vielleicht 10 %.

Es wäre vielleicht alles nicht so schlimm, wenn man den Vereinen nicht Zug um Zug ihre Umsatzquellen entziehen würde, die früher verteilt waren auf Flugstunden der Mitglieder, Rundflüge und Ausbildung. Und wenn der Umsatz nicht mehr stimmt, steigen die Kosten bis es sich niemand mehr leisten kann und der Verein letztendlich seine Motormaschine verkauft. Dann brauchen wir auch keine Motorfluglehrer mehr und das Thema ist abgehakt.

Carl Otto Weßel

 


Mehr wissen macht nichts....

Das in Zukunft die "neugebauten" Lehrer über mehr Wissen verfügen sollen, kann aus meiner Sicht nur von Vorteil sein - ok, als selber CPL-Inhaber fällt diese Aussage leicht. Aber als Ausbilder sollte ich einfach über einen gewissen Wissensvorsprung verfügen, auch wenn dessen Erlangung mit "Schmerzen" in Form von Lernen und Kosten etc. verbunden ist.
Ich erinnere mich noch gut an meine CPL-Ausbildung, wo wir mit einerC-172 RG nachts Anflüge auf einen 600m Platz geübt haben und von einem erfahrenen ehem. Jetpiloten der Luftwaffe in "sehr viele" Geheimnisse der Berufsfliegerei eingeweiht wurden.
Die Prüfungen waren dann auch nicht "ohne" - 14 Fächer an zwei Tagen ! Könnte man aber die Prüfungen heute so ableisten wie die PPL-Prüfung - nach dem Motto "jeden Tag 2 oder 3 Fächer" - bleibt der CPL-Lehrgang sicher trotz aller "Begleitumstände" in positiver Erinnerung, und man kann seinen Schülern ein großes Maß an Erfahrung weitergeben.


Mit freundlichen Grüßen,
Michael Ruhsert

 


Endlich Luftsportler und Fachleute, die die Dinge beim Namen nennen. Die Frage ist nur, ob es nicht inzwischen 5 Minuten nach 12 ist ?

Reinhard Becker

 


Sehr geehrtes Luftsportmagazin,
ich beziehe mich auf Ihren Bericht in Ihrer Zeitschrift von April/Mai 2017, Seiten 14-16.

Ich bin derzeit Flugschueler zum PPL(A) und stecke mitten in der Praxisausbildung, Theoerie bereist absolviert.

Ich kann im Grunde nur in die gleiche Kerbe schlagen, was die uebertriebene Forderung nach einer CPL Pruefung fuer PPL Fluglehrer betrifft.
Gerade in unserem Verein ( in Rheinland-Pfalz) sehe ich grosse Schwierigkeiten auf den Verein zukommen, da momentan fast alle Fluglehrer entweder im Rentenalter sind und somit in naher oder ferner Zukunft wegfallen werden. Oder aber es handelt sich um ATPL'er im Dienst, d.h. deren Zeit ist sehr knapp verfuegbar fuer die PPL Ausbildung. Zwar ist unser Vorstand sehr bemueht diesem Problem entgegenzuwirken, doch ist ihm dies aufgrund seiner begrenzten Freizeit ( ebenfalls ATPL'er ) nur bedingt moeglich.

Was dem Flugschueler also nur bleibt, ist aufgrund der knappen Zeit der verbleibenden ATPL Fluglehrer zwischen mehreren hin- und herzuschalten, um den PPL(A) Schein in ueberschaubarer Zeit zu absolvieren. Diese Vorgehensweise wiederspricht aber auch in puncto Sicherheit den Absichten der EASA, da jeder Fluglehrer seine eigenen Methoden, seine eigenen Schwerpunkte setzt, was auch gerade mich als Flugschueler des Oefteren irritiert.

Mit freundlichen Gruessen,
C. Mueller, ein PPL Flugschueler !!

 


Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 1957 bin ich im Segelflug tätig gewesen( bis zum PPL A ). Segelflug oder auch Motorseglerflug erfordert eine ganz andere Ausbildung wie der Motorflug. Ich habe immer schon bemängelt, das zur Ausbildung zum Motorflug keine Segelflugstunden dabei sind. Dann kann man Abschätzen was ein Flugzeug im Gleitflug für Reichweiten besitzt.
Mit freundlichem Fliegergruß H.-H. Hametner

Claus Gose hat recht! CPL für PPL-A Lehrer ist eine erhebliche und nicht notwendige Verschärfung der Fluglehrer-Lizenz, die kaum noch jemand, der nicht beruflich fliegt, erfüllen kann oder will. Das führt in der zukunft in erheblichem Maße zum Ausfall von Fluglehrern und dem Niedergang der Flugausbildung und letztlich von Flugvereinen. Ich frage mich, in wessen Interesse diese Voraussetzungen eingeführt wurden? Für die private Fliegerei ist das nicht notwendig. Es besteht aus meiner Sicht der Eindruck, dass die Dachverbände des Luftsport zu wenig engagiert die Interessen der PPL-Flieger vertreten.

Manfred Oldenburg


Sehr geehrte Damen und Herren,

leider ist die Lage der Motorflugvereine durch die strikten Regularien der EU bezüglich der Fluglehrerausbildung sehr schlecht! Ich habe große Sorgen, dass Motorflug in absehbarer Zeit ein aussterbender Sport sein wird!
Dies wäre für alle Beteiligten sehr schade!

Freundlich Grüße,
Nico Albrecht

 


Sehr geehrte Herren !

Sehen Sie bitte u.a.a. meinen Beitrag (Anlage) im Leserforum aus dem Aerokurier 4/2014.

Auch wenn die Fluglehrer anderer Staaten einen CPL besitzen, sollten die Ausbildungs-Systeme
mit ihren unterschiedlichsten Anforderungen objektiv geprüft und resultierend EU-entsprechende
Reformen durchgeführt werden.
Viele möchten Fortbildung, sie sollte jedoch im Rahmen für diejenigen bleiben, die nicht in die
Berufs-Verkehrs-Luftfahrt wollen.

Best Grüsse
Klaus Drescher

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