TMZ (HX): Versuch zwischen Dollart und Jadebusen

Per AIC SUP VFR 33/18 vom 20.12.2018 hat das BMVI der Einrichtung einer temporären TMZ (HX) für einen ersten Feldversuch von zehnwöchiger Dauer am Militärflugplatz Wittmund verfügt. Damit soll der Einfluss von Windenergieanlagen auf die Sichtbarkeit von Flugzielen evaluiert werden.

Das Ziel ist die Erhöhung der Flugsicherheit zwischen dem militärischen Flugbetrieb in Wittmund und dem „Inselverkehr“, dies allerdings in einem Zeitraum vom 31.01.bis 10.04.2019, in dem letzterer sicherlich noch Winterschlaf hält. Ferner soll eine Minimierung von derzeit notwendigen Abschaltzeiten einzelner Windenergieanlagen erreicht werden, um Flugziele ohne Transponderabstrahlung identifizieren zu können. Dass der allergrößte Teil der motorisierten Luftfahrzeuge über einen Transponder verfügt und gemäß SERA 13001 diesen immer eingeschaltet hat, lässt den Segelflug in der Region als einzigen echt Betroffenen übrig.

Die Regelungen für diese TMZ (HX) sind leider nicht so ausgelegt, wie es im Rest Deutschlands üblich ist. Obwohl es sich um eine TMZ mit dringend empfohlener Hörbereitschaft handelt, soll der Transponder Mode A/C auf dem Standard VFR Squawk 7000 bleiben. Üblich ist an allen anderen Standorten ein spezieller Code nur für die jeweilige TMZ. Wie der Radarlotse bei dieser Variante dann unterscheidet zwischen Piloten auf seiner Frequenz und reinen „Durchfliegern“, bleibt ungeklärt.

Unklar ist auch der Frequenz-Wirrwarr. Einerseits können über die Frequenzen 118,725 MHz (Wittmund Turm) oder 125,100 MHz (Fluginformationsdienst FIS Bremen) Statusabfragen zur TMZ (HX) gestellt werden, aber dann wird dringend empfohlen, eine Hörbereitschaft auf der Frequenz 123,600 MHz (Wittmund Radar) zu halten. Üblich ist an allen anderen Standorten eine Monitoring Frequenz nur für die jeweilige TMZ.

Mit der Hörbereitschaft auf Wittmund Radar fällt dann auch der FIS-Dienst für die Luftfahrzeuge der AL in diesem Bereich aus. Welche Auswirkungen das auf die Flugsicherheit haben wird, ist noch offen.

Besondere Vorsicht müssen Piloten von Luftfahrzeugen ohne Transponder beim Unterfliegen der 1000-Fuß-Untergrenze im großzügig bemessenen inneren Bereich der TMZ üben, denn Windräder reichen bis zu 693 Fuß in den verbleibenden Luftraum hinein und lassen damit wenig Spielraum für navigatorische Fehler.

Die Verpflichtung, nicht unnötigerweise in den ABAs herumzufliegen, bringt beim Coasting Out die Situation, dass sich jeglicher Verkehr zwischen 2000 und 2500 Fuß tummeln wird.

Vor der Einrichtung dieser TMZ (HX) wurden die Betroffenen über die Details und Regelungen nicht eingebunden.

Der AUL-Segelflug fordert, dass die Evaluierung dieses Versuchs dringend mit den Luftraumnutzern durchgeführt wird. Gerne werden wir dann unsere Erfahrungen mit dem Luftraummodul TMZ mit Hörbereitschaft einbringen. Zudem werden wir mit der Bundeswehr in Wittmund über Regelungen für die direkt davon betroffenen Flugplätze mit Segelflugbetrieb sprechen. Wir möchten verhindern, dass nunmehr umfangreiche Investitionen in Transponder für Segelflugzeuge stattfinden, die sich nach einer Beendigung des Versuchs als nicht erforderlich erweisen.

Bei weiteren Fragen dazu könnt ihr den AUL-S für den Bereich Nord, Heiko Gesierich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Günter Bertram in der LVN Geschäftsstelle erreichen.